Freitag, 8. Februar 2019

Ha Long


Sie ist das bekannteste Stück Natur Vietnams und gehört nicht nur zum Weltnaturerbe, sondern auch zu den Neuen Sieben Weltwundern. Die Ha Long Bucht.
Genauso schön, nur weniger bekannt und etwas kleiner ist die Lan Ha Bucht, gleich nebenan, auf die wir von unserem Fenster schauen.


Am schönsten sind beide natürlich vom Wasser aus.
In allen Asienreiseblogs wird für die entsprechende Bootstour die Agentur „Cat Ba Ventures“ als etwas anders als die anderen empfohlen. Aber die hat leider Neujahrsferien. Sei es ihr gegönnt.
So buchen wir eine der üblichen Bootstouren bei Mr. Kid, wie sie hier überall angeboten werden.
Schade, aber an diesem Ort und nicht in der Ha Long Bucht gewesen sein, das geht einfach nicht.

Um 8.00 Ihr morgens werden wir von einem Bus am Hotel abgeholt. Mit uns ausschließlich junge Leute aus den umliegenden Hostels. Nach zehn Minuten erreichen wir einen kleinen Hafen. Viele Ausflugsboote warten auf ihre Passagiere.


Auf unserem sind wir außer dem Steuermann die Einzigen über Vierzig.


Der Himmel ist heute eher bewölkt, nur ab und zu kommt die Sonne durch. Aber das verleiht den bizarren Felsen durchaus einen eigenen Reiz.


Tren ist unser Guide für diesen Trip, sehr freundlich, sehr fürsorglich, sehr bemüht uns einen schönen Tag zu machen.


Erster Haltepunkt ist Monkey Island. Außer uns liegen sechs andere Boote dort vor Anker, eine kleine Völkerwanderung ist unterwegs auf den Aussichtsfelsen, die dort lebenden Affen haben schnell gelernt, dass Menschen Futter und/oder Spaß bedeuten.




Wir verzichten auf das Spektakel, machen es uns an Bord gemütlich. Nach einer Stunde geht es weiter, wir fahren durch die Felsformationen zur Ha Long Bucht.
Da ist sie, die berühmte Felsnadel.



Wieder wird der Anker ausgeworfen, es gibt Lunch. Eine tolle Vielfalt für die kleine Bordküche!


Etwa die Hälfte der jungen Leute auf unserem Boot sind Israelis, vier davon sitzen mit uns am Tisch. Ein kurzes Gespräch kommt nur mit einem von Ihnen zustande.

Nach dem Lunch geht es in eine kleine Bucht, wir steigen um in Kajaks und paddeln zu zwei kleinen Höhlendurchbrüchen in den Felsen




Es gibt natürlich auch die gehobene Variante.


Man lässt sich von den Einheimischen durch die Höhlen rudern.


Anschließend steuert der Bootsmann eine Bucht mit einem kleinen Sandstrand an.



Baden ist angesagt. Der Hauptspaß ist, vom Oberdeck ins Wasser zu springen.



Wieder bleiben wir lieber an Bord. Das Wasser ist kalt, sagt Tren und zieht seine Daunenjacke an. Schon an der Affeninsel schillerten Öllachen auf der Wasseroberfläche, unterwegs haben wir einige schwimmende Müllinseln gesehen, was unser Vertrauen in die Wasserqualität nicht unbedingt erhöht.


Die schwimmenden Dörfer, an denen wir auf der Hinfahrt vorbei geschippert sind, sind auf Pontons aus Styropor gebaut, die im Seewasser langsam zerbröseln. Zusammen mit leeren Plastikflaschen und -tüten und allerlei anderem Plastikmüll treiben die abgebrochenen Teile vor den malerischen Felsen.
Wie lange wird das Weltnaturerbe noch so malerisch bleiben?

Als alle wieder auf dem Boot sind, wird es richtig frisch und Nebelbänke legen sich über die Felsen.



Auf direktem Weg fahren wir Richtung Cat Ba zurück. Kurz vorm Hafen dümpelt eins der schwimmenden Fischerdorf in der Bucht.




Wir haben 10 Minuten um einmal durchzulaufen, dann legen wir nach etwa 7 Stunden wieder am Hafen an. Die jungen Leute haben es eilig, zurück in ihre Hostels zu kommen, wahrscheinlich um sich auf die abendliche Party vorzubereiten.

Schon in Bangkok und Hanoi haben wir die Symptome gesehen, bei der heutigen Tour haben wir endgültig gelernt, Backpacking ist nur eine andere Form des Massentourismus.

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