Samstag, 26. November 2016

Sahara

Liebe Freunde,

bei Euch hat die Adventszeit begonnen.
Wir haben ein paar Kerzchen dabei und ich habe einen Kuchen anlässlich des 1. Advent gebacken, aber das ist lediglich der Tatsache geschuldet, dass man alte Sitten und Gebräuche nur langsam ablegt. Schon in Deutschland kam in den letzten Jahren kaum das viel strapazierte "Weihnachtsgefühl" auf. Hier ist es unendlich weit weg. 

Von Zagora fahren wir nun Richtung Sahara. Was man sofort vor sich sieht, wenn man dieses Wort hört, sind die unendlichen Sanddünen. Das aber ist nur ein Teil des riesigen Wüstengebietes, das Sahara heißt. Ein großer Teil besteht aus Geröllwüste, kahlen Gebirgen, Savannenartigen riesigen Ebenen. All diese Landschaften sind vor allem eins trocken.




Stunde um Stunde fahren wir durch die weite Ebene zwischen den Gebirgszügen des Antiatlas. Ab und zu liegt eine Oase am Weg oder eine Palmerie, viele seit langem trockene Oueds (Flussbetten) manchmal hält sich noch der eine oder andere Tümpel.
Für die Nacht finden wir einen Platz mitten im Nichts an einem etwas verborgenen Wasserloch.




Schnell wird es dunkel. Wir erleben einen phantastischen Sonnenuntergang 



und können nachts den überwältigenden Sternenhimmel betrachten. Myriaden von Sternen funkeln über uns und als der schmale Mond aufgeht, strahlt er wie der Diamant in der Mitte eines Diadems. 


Am Morgen zeigt sich im Osten ein erster Silberstreif der bald rosa wird, dann in ein leuchtendes Orange übergeht das verblasst als die Sonne sich in all ihrer Pracht über dem Gebirgszug erhebt. Das alles vollzieht sich in vollkommener Stille. Hier ist weit und breit kein Mensch, keine Ansiedlung, nichts. 









Ganz allein scheinen wir allerdings doch nicht zu sein.


   


Wir trennen uns nur schwer von diesem wunderbaren Ort.

Wieder geht es Kilometer um Kilometer durch unendlich weite Landschaften der Sahara.
Dies Weite und Kargheit. Nichts lenkt den Blick ab von den Urformen der Gebirgszüge in all ihren Schattierungen von Ocker, Braun und Rot. Das sparsame Grün vereinzelter Arganien und kleiner stachliger Büsche unterstreicht das Ganze nur.



Es ist faszinierend und wir lassen uns gefangennehmen von den immerwieder neuen Panoramen, die sich uns bieten.




Tata, Guelmin und Tan Tan sind die großen Bezirksstädte, die wir durchqueren und wo wir unsere Vorräte auffrischen können. Überall gibt es frisches Gemüse und Obst
Besonders lecker finden wir die Mandarinen und die reifen süßen Granatäpfel.


 
Und "Allah schütze den König" findet sich an vielen Bergflanken.
Wir nähern uns Spanisch-Sahara, dem immernoch umstrittenen Territorium. 
Die Polizeikontrollen sind hier strenger als sonst im Land. Wo wir sonst ausnahmslos durchgewunken wurden, werden wir hier angezählt, weil wir nicht sofort am Stoppschild gehalten haben, sondern bis zum Wachhäuschen durchgefahren sind. Letztendlich beläuft es sich auf ein paar Fragen nach Woher und Wohin und Warum und  nach unseren Berufen. 
Dies bleibt aber das einzige Mal, dass wir überhaupt angehalten werden.  Im Allgemeinen sind die Kontrollposten ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, wenn wir nach dem Weg fragen.

Hinter Tan Tan erreichen wir den Atlantik.
Die Abende sind frisch aber am Tage scheint die Sonne und lässt uns vergessen, dass eigentlich Winter ist. 


 Wir sind in El Ouatia, das früher Tan Tan Plage hieß, und stehen fast direkt am Meer.
Nur eine Mauer zum Schutz gegen den Wind trennt uns vom Strand. 




Von der Terrasse genießen wir am Morgen den Blick aufs Wasser.




Dann ziehen dunkle Wolken auf. Es regnet. Nach einigen längeren Schauern werden wir mit diesem Regenbogen belohnt.











Ein, zwei Tage werden wir hier bleiben, dann soll es noch weiter in den Süden gehen.

Bis bald also, 
Doris und Rüdiger
 

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