Donnerstag, 3. November 2016

Bye bye Europa



Ja, liebe Freunde, wir sind wieder unterwegs.

In der Nacht von Freitag zu Sonnabend war unsere Scheibe geliefert worden.
Wir waren begeistert, dass Mercedes Deutschland das so schnell bewerkstelligt hatte.



Die Männer der Mercedes-Werkstatt in Teruel brauchen eine halbe Stunde um sie einzusetzen, wir sind wieder fahrbereit.
Wie wir das genießen!
Die Sonne strahlt bereits von einem blauen Himmel, als wir um 11.30 Uhr Teruel verlassen und durch eine großartige Landschaft aus rotem Sandstein fahren.



Auf gut ausgebauter Straße kommen wir schnell voran. Durch die Serrania de Cuence geht es über den Puerto de Jabalon auf 1320m Höhe.
Bei Almodovar del Pinar ist das Land weit und eben, die frisch gepflügten Felder leuchten rot in der Sonne.
Dann biegen wir auf die N-310 ab und die Felder werden steinig, die Orte haben etwas von den trostlosen Nestern in den alten Italo-Western, in denen der Wind den Sand durch die breiten, lehmfarbenen Straßen fegt. Alle Fensterläden sind geschlossen, niemand ist zu sehen.
Die Straße führt durch endlose Olivenhaine und Weinfelder. Ja, so muss man das wohl nennen, den Berge gibt es hier nicht.




Dann kommt die große Ebene von La Mancha. In den Orten und vor den Fincas sieht man ab und zu nachgebaute Windmühlen und die Figur
des Don Quichote.
Auf jeder kleinen Anhöhe stehen Windräder. Ob Don Quichote, lebte er heute, gegen die zu Felde zöge? Vielleicht mit dem Fahrrad? Wer weiß?



Am Nachmittag wechseln wir auf die A-43. Weiter geht es, Kilometer um Kilometer, durch weites, flaches Land. Und immer noch Oliven und Wein.
Bei Mantanares biegen wir ab auf die A-4 und überlegen, wo wir die Nacht verbringen werden.
Wir haben gut 380 Kilometer geschafft und sind müde und verschwitzt.
Frei stehen wird hier schwer, die Landwirtschaft lässt kaum eine Lücke, Autobahnparkplätze sind nicht ratsam – selbst wohlmeinende Reiseführer warnen davor. Also wälze ich Stellplatzatlas und Campingführer und werde fündig. Nur einen Kilometer von der Autobahn entfernt gibt es in Santa Elena eine Campingplatz, der ganzjährig geöffnet ist.
Er ist schnell gefunden, nicht allzu groß und gemütlich.
Wir bekommen eine Parzelle mit Aussicht.



Nach einer heißen Dusche und einem kurzen Abendessen fallen wir ins Bett.
Am nächsten Morgen soll es früh weitergehen. Wir wollen endlich nach Marokko.

Um 9.00 sind wir startbereit, es geht los. Die letzte Etappe in Europa.
Es ist wieder ein strahlender Morgen, auf der A-4 kommen wir gut voran, die Sierra Morena bietet einen märchenhaften Anblick im Morgennebel, die Olivenhaine ziehen sich bis an den Horizont. Die vorherrschenden Farben sind das Grün der Olivenbäume und das dunkle Rot der Erde.

Über die Sierra de Alta Coloma quält sich unser Töfftöff wieder ein bisschen, rechts und links der Straße gibt es weiterhin nur Oliven, Oliven, Oliven, soweit das Auge reicht. Bis hinauf auf die Gipfel, an steilen Hängen, Kilometer um Kilometer.
Wieder überwinden wir einen Pass, den Puerta de Carretero auf 1040m Höhe, dahinter beginnt die Provinz Granada, damit sind wir in Andalusien.
Vor uns liegt die Sierra Nevada.

Und weiter geht es südwärts durch Olivenhaine bis zum Horizont.
Um Granada herum, gibt es dazwischen ein paar Felder mit Artischocken und – wir staunen – Spargel.
Danach wieder Oliven...
Spanien erscheint uns wie eine gigantische Olivenplantage.



Bei Malaga kommen wir an die Küste, fahren auf die MA-20, die Küstenautobahn. Endlich sehen wir wieder das Meer.
Und keine Olivenbäume mehr. Dafür Kilometer um Kilometer Ferienhäuser, Apartmenthäuser, Hoteltürme, Vergnügungsparks, Einkaufscenter. Soweit das Auge reicht. Bis hinauf in die Berge der Sierra de Ronda.
Wir wechseln auf die A-7 Richtung Marbella und bei Estepona sehen wir die eindrucksvolle Silhouette des Felsens von Gibraltar im Dunst wie über dem Wasser schwebend.




Das letzte Stück ist schnell geschafft und am frühen Nachmittag kommen wir bei Carlos an, dem einschlägig bekannten Ticketbüro in los Barrios.



Wie schon beim letzten Mal werden wir freundlich und unkompliziert bedient.
Zu den Tickets gibt es, wie ebenfalls allseits bekannt, ein Präsent. Diesmal ist es ein Kuchen und eine Flasche Wein.
Unsere Fähre geht am 31.Oktober um 11.00 Uhr, die Einreisepapiere für die Polizei bekommen wir gleich mit dem Ticket. Wir können sie gleich ausfüllen und auf der Linie Algeciras – Tanger werden die Formalitäten schon an Bord der Fähre erledigt, so dass man in Tanger nur noch zum Zoll muss.

Wir räumen und bereiten alles für die Überfahrt vor.
Morgen sind wir in Marokko. In Afrika!

Machs vorerst gut, Europa!

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