Montag, 18. Mai 2015

Entdeckungen im Lausitzer Seenland

Wir sind wieder unterwegs.
Nachdem wir fast 2 Wochen in Berlin waren,





(Bornitzstraße im Mai)
dort die Familie geherzt und zwei Geburtstagsfeiern sozusagen mit einer Klappe gefeiert haben, sind wir jetzt, in der Niederlausitz gelandet.
Obwohl wir beide fast unser ganzes Leben in Berlin verbracht haben, mussten wir unisono feststellen, dass Berlin anstrengend ist. Na sowas.
Umso schöner ist es, hier in Brieske auf der Wiese zu stehen, die Vögel singen zu hören und einfach nur das Leben zu genießen.
Unser erster Ausflug mit dem Fahrrad führte uns bei kühlem, aber schönem Wetter, durch adrette Dörfer (Bielen und Peckwitz), schöne alte Alleen, lichte Kiefernwälder, vorbei an Wiesen, Weiden und Feldern nach Hohenbocka.
Gleich dahinter, mitten im Wald, stößt man zunächst auf einen Aussichtsturm. Von dessen Plattform in über 25 m Höhe hat man einen spektakulären Blick über das ehemalige Tagebaugebiet, jetzt die Lausitzer Seenlandschaft.
Am Fuße des Turms sind zwei Seen noch in Flutung und ganz in der Ferne sieht man ganz klein die größte bewegliche Arbeitsmaschine der Welt, die Förderbrücke F60.
Wieder unten wandert man etwa 150 m durch den Wald und steht mitten in der Miniaturausgabe der Sächsischen Schweiz, die Buck'sche Schweiz.

Die maximal mannshohen Sandsteinfelsen aus feinstem weißen Quarzsandstein stehen am Rande einer schneeweißen Sandfläche und ziehen sich ein ganzes Stück durch den Wald.
In früheren Zeiten wurde hier der Sand für die Glasherstellung abgebaut.
Die Felsen sind so weich, dass man tatsächlich mit dem bloßen Finger Riefen hinein kratzen kann, was natürlich viele Besucher mit Hingabe getan haben.
Auf dem Rückweg ließen wir uns in Hohenbocka am Gasthof zu Schwein am Spieß verführen.
Man feierte überall den "Vatertag" in fröhlicher Stimmung als Familienfest.
Dann gings durch die blühende Landschaft zurück nach Hause. Unterwegs trafen wir viele Radler, meist in Gruppen verschiedenster Zusammensetzung, die fast alle Ihre Räder mit Birken- oder Fliederzweigen geschmückt hatten. Abgekämpft, aber zufrieden kamen wir wieder in Brieske an.

Am Sonnabend  fuhren wir nach Brieske in den Ort hinein, um uns die erste Gartenstadt Deutschlands anzuschauen mit dem schönen Namen "Marga". Die Ilse-Bergbau-AG ließ sie ab 1907 als Werkssiedlung von dem Dresdner Architekten Georg Heinsius von Meyenburg bauen. Die Straßen mit den schönen Häusern im späten Jugendstil, keines ist genau den anderen gleich, sind  spiralförmig angelegt, jedes Haus hat ein kleines Nebengelass - Waschküche und Schuppen - das allein schon das Betrachten wert ist.

Mittelpunkt ist der Markt mit Kirche, Schule, Kaufhaus und dem ehemaligen Restaurant "Kaiserkrone". Eine wunderschöne Anlage bis hin zu den ehemaligen Werksgebäuden, die leider leer stehen.

Alles in allem stellen wir fest, dass es viel zu entdecken gibt im Lausitzer Seenland.


Samstag, 25. April 2015

Und hier die Fotos

Ja, liebe Leute, die Zeit in Karmitz ist sehr schnell vergangen. Wir sind wieder unterwegs.
Nach dem Frühstück fuhren wir los und stehen nun bei Wittenbeck, in der Nähe von Kühlungsborn, fast direkt am Strand.
Nur etwa 50 m von uns entfernt dampft etwa einmal stündlich die Molly-Bahn vorbei, die alte Bäderbahn. Schon von weitem ist ihr "Puff-puff-puff-puff-thuuuuut" zu hören, wie es sich für eine ordentliche kleine Dampflok gehört.
Das nasse, windige Wetter konnte und nicht abhalten, Ostsee ist eben Ostsee und wir hatten einfach Sehnsucht nach Meer.

Der Internetempfang ist hier wieder sehr gut und deshalb kommen jetzt die Fotos aus Karmitz.

Ein Teil der Mitglieder der Kommune wohnt im großen Haus.
Dort ist auch die gemütliche Gemeinschaftsküche, das
gemeinsame Wohnzimmer und die Vorratsräume.










Unser Stellplatz auf der Streuobstwiese hinter der Mosterei mit unseren Nachbarn.



Für Mitbewohner jeder Größe gibt es die richtige Schubkarre. 

Apfelbäume - einfach zum liebhaben.


 Auch für ein Päuschen in der Sonne war ab und zu Zeit.

 
... auch das musste sein. Wasser holen aus der Mosterei.
Natürlich nach getaner Arbeit. Die uns meistens richtig Spaß gemacht hat. Egal ob Stangenschälen...

 
oder den Waldgarten entkrauten. Es gab viel zu tun an der frischen Luft.


Donnerstag ist Brotbacktag in Karmitz.
Es war toll, dabei zu helfen und am Abend zu sehen, wie das selbstgebackene Brot im Gasthof weg ging wie
"warme Semmeln".


 
gebacken wird in diesem schönen alten Ofen.

Der große Holzstapel - vorher...

 ...und nachher.


 So sahen unser Handschuhe nach der Vollendung unseres Werkes aus.




Der jüngste Mitbewohner hat hier täglich viel Spaß.
 

 ...und mittags treffen sich alle in der gemütlichen Küche und essen in kürzester Zeit, was der Küchendienst am ganzen Vormittag gekocht hat. In der Regel seeeeehr lecker.

Wir haben sehr viel gelernt im Wendland - über Kommunen und Kollektive, über solidarisches Zusammenleben und linke Netzwerke und wie man mit diesem Gedanken die Welt ein bisschen freundlicher gestalten kann.
Und nicht zuletzt über Gartenarbeit, Brot- und Käsemachen und Holzstapeln.

Jetzt lassen wir alles sacken, hier an der Ostsee.

Lasst es Euch gut gehen, bis bald
Doris und Rüdiger


Freitag, 17. April 2015

Kommune Karmitz

Alles was ihr euch vorstellt, wenn ihr an eine Kommune denkt stimmt. Und stimmt auch nicht.
Wir sind vor 5 Tagen  hier angekommen und lernen jeden Tag eine Menge Dinge.
Dass man miteinander leben kann, ohne dass einer das Sagen hat und es trotzdem keine endlosen Diskussionen gibt; dass man die Arbeit so aufteilen kann, dass keiner überfordert ist und die Gemeinschaft trotzdem profitiert; dass man Arbeit absolut entspannt angehen kann und sie trotzdem geschafft wird.
 Als erstes haben wir die 9 Schafe und 2 Lämmer auf eine andere Wiese getrieben und die Zäune versetzt.
Wir genießen es, nicht kochen zu müssen. Hier kocht jeden Tag ein anderer. Jeder hat seinen festen
"Haushaltstag" an dem er mit kochen dran ist. Morgens und abends sucht sich jeder aus Kammer und Küche zusammen, was er essen möchte. Wer zuerst da ist, kocht Kaffee.
Die Kommune versucht sich mit den meisten Dingen selbst zu versorgen. Was extrem lecker ist. Da wird z. B. einmal die Woche Brot gebacken. Der Keller ist voll mit Eingemachtem, Bier und Wein wird hergestellt und es gibt eine Mosterei, die richtig Geld einbringt.
Wir stehen mit dem Blauen dahinter auf der Streuobstwiese, von der später die Apfel für die Mosterei kommen.
Es wird Käse gemacht, dabei habe ich geholfen. Spannende Sache.
Der Kommune fällt im Wald die dünnen Stämme und verarbeitet sie zu langen Stangen, die in der Gegend reißend Absatz finden.
Es gibt auf dem Dach der Mosterei eine Photovoltaic Anlage, die soviel Strom bringt, dass die Leute ihre Autos dort "tanken" können.
Also es gibt viel zu tun. Auch für uns.
Momentan leben hier etwa 12 Leute, davon 2 Kinder von 2 Jahren. Alle fühlen sich zuständig, die Kinder fühlen sich sichtlich wohl.

Wir waren auch schon in den angesagten Szenetreffs und Nachbarkommunen - es gibt hier ein einzigartiges Netzwerk - dort wird Pizza gebacken und das hier selbst gebackene Brot verkauft.
Das ist suuuuuper lecker.

Wir genießen es, den ganzen Tag an der frischen Luft zu sein und draußen zu arbeiten.

Fotos und mehr Berichte von unserem Leben in der Kommune kommen später, wenn wir wieder eine ordentliche Internetverbindung haben. Das ist hier aufm platten Land bissel schwierig. Fotos lassen sich einfach nicht hochladen.
 Also habt Geduld.

Bis dahin
Doris und Rüdiger

Mittwoch, 8. April 2015

in der Altmark

Da sind wir also. Seit Ostern treiben wir uns in der Altmark rum.
Zuerst, wie angekündigt, in Tangermünde. Schön wars und kalt, aber wir haben es wieder genossen.

Nun sind wir in Stendal, nur ein paar Kilometer weiter.
Wir stehen auf dem Schützenplatz, nahe der Altstadt. Ein angenehmer Platz, direkt am Nordwall.
Tagsüber Parkplatz für viele, die in die Stadt müssen, abends absolut ruhig, trotz der Straßen, die drumherum führen.  Der Blaue und wir fühlen uns hier jedenfalls ganz wohl.
Man steht hier gratis, die Entsorgung an einer Wohnmobilstation ist ebenfalls gratis, nur das Wasser kostet eine Kleinigkeit. Ein Bäcker ist gleich über die Straße.
Die Altstadt ist fast vollständig von den Resten der ehemaligen Stadtbefestigung umgeben. Es heißt denn auch Westwall, Südwall, Ostwall und Nordwall und sie sind fast ebenso vollständig als Grünanlagen gestaltet.
Ideal für Jogger, wie Rüdiger bei seinen täglichen Morgenläufen festgestellt hat. Zwei wunderschöne Tore gibt es noch, das Tangermünder und das Ünglinger Tor und einen alten Pulverturm.



 Der Roland von Stendal ist der drittgrößte Deutschlands - wieder was gelernt.
Er steht neben dem Rathaus und vor einer Schokoladenmanufaktur, wo es leckeren Kaffee und natürlich Schokolade gibt.



Es gibt viele schöne Ecken in der Altstadt, die wir per Fuß erkundet haben. Nicht nur die Wälle sind wir einmal rundum gelaufen - das sind 4 Kilometer - nein, wir haben auch die Fußgängerzone und den Markt erkundet.


Einige Kirchen hat Stendal, die es sich lohnt anzuschauen. Alle sind aus dem für die Gegend typischen Backstein erbaut und alle sind ziemlich groß.
Ihre Türme prägen das Stadtbild  schon von weitem.


 Aber auch diese ländlichen Fachwerkhäuser findet man reihenweise.


Ebenso wie die stattlichen Bürgerhäuser.
Entlang der Wälle entdeckten wir etliche wunderschöne alte Villen.
Es gibt auch einen Stadtsee und einen Tiergarten mit Wölfen und sogar mit Kamelen.


Und auf dem Sperlingsberg, am Ende der Fußgängerzone, fanden wir die "Sperlings-Ida". Sie schaut von ihrem Sockel freundlich auf die quirlige Menge zu ihren Füßen herunter.
Eigentlich ist der Brunnen ein Denkmal zu Ehren des Mediziners Friedrich Hermann Haacke, der sich als Arzt besonders um die Armen und Bedürftigen gekümmert hat und sich als Sammler von Altertümern für die Bildung eines Altmarkmuseums-Vereins engagierte.
Der Volksmund nennt dieses Denkmal aber schon immer die "Sperlings-Ida".
Ein zweiter berühmter Sohn Stendals ist Johann-Joachim Winckelmann, der Begründer der modernen Kunstgeschichte des klassischen Altertums.
Sein Andenken findet man an allen Ecken, als Namen von Plätzen, Straßen und dem Gymnasium.

Wie ihr seht, Stendal hat ne Menge zu bieten. Nicht nur Bildung, sondern auch viiiel Grün, nette Leute und gutes Essen.

Heute abend werden wir uns noch den Dom anschauen - er hat als einziger deutscher Dom eine Folge von 22 figürlichen Farbglasfenstern aus dem 15. Jh. zu bieten - bevor wir dann morgen nach Lüneburg fahren und von dort ins Wendland.
Ab morgen soll es auch endlich wärmer werden. Wir freuen uns schon sehr darauf.
Gut, dass wir die Dieselstandheizung haben. Ohne sie wärs morgens und abends doch noch recht frisch.
Den Ofen haben wir erstmal stilllegen müssen, weil er von irgendwoher Ausdünstungen erzeugt, die in den Augen beißen und Kopfschmerzen verursachen.
Das bedeutet also, dass im Mai, wenn wir für 2 Wochen nochmal in Berlin sind, Ursachenforschung betrieben werden muss. Aber wir sind zuversichtlich, dass sich das klärt, bis wir weiter müssen.
Aber jetzt kommt gerade die Sonne raus, es wird also wirklich Frühling.
Was auch dadurch belegt wird, dass die Sträucher hinter uns am Wall jeden Tag ein bissel grüner werden.

Einen schönen Frühling Euch allen, bis bald,
Doris und Rüdiger

Montag, 30. März 2015

Start in ein neues Leben

Geschafft, die letzte Woche im Kalender ist durchgestrichen, es geht los.
Ein bisschen hat es gedauert, bis ich mit dem Internet-Stick zurande kam, aber auch das Problem ist gelöst und solange wir Strom haben, sollte nun die Verbindung nicht abreißen.

Die Wohnung ist geräumt, alles verstaut, was auf uns warten muss, oder was wir später brauchen werden.
Mit vollen Satteltaschen geht es Richtung Autohalle.
zunächst herrscht Chaos - wohin mit all den Sachen?
wenigstens die Hausbar hat schon einen vorläufigen Platz.
Endlich ist alles dran. Die Falträder haben ihren ebenfalls vorläufigen Platz gefunden - das heißt Rüdiger hat ihn gefunden.
Später werden sie mit Airlineschienen über die Reserveräder gehängt, rechts und links neben das Fenster.
Die Schienen werden wir aber auf unserer Fahrt ins Wendland erst anbringen.


Einsteigen bitte...

...starten.
So sieht es aus, wenn er sich warm läuft.
Ja, wir haben ein bissel schlechtes Gewissen.


Noch vor einigen Wochen war Rüdiger jedesmal vorm Start etwas aufgeregt. Inzwischen fährt er schon ziemlich gelassen durch...



...relativ enge Straßen.
Auf den ersten Metern durch die Coppistraße
haben wir noch das Gefühl - es ist viiiiiel zu eng.


aber wir kommen gut durch die Stadt und am Nachmittag stehen wir schon in Müggelheim vor dem Restaurant "Neu-Helgoland".



bevor es ans feiern und genießen geht, wird aufgeräumt und - sieht doch gleich viel gemütlicher aus.



Das ist der Moment auf den wir seit Jahren gespart, geplant, gewartet haben.
Die eigens dafür aufgesparte Flasche Champagner wird geöffnet - Prost!
Auf viele schöne Jahre unterwegs.




Nach einem grandiosen Konzert mit "Geschichten vom Sachsendreier" lassen wir uns das Frühstück schmecken.
Für alle Unkundigen: der "Sachsendreier", das sind die alten DDR  Rockbands "Lift", "Stern Kombo Meißen" und "Elektra". Das ist Musik aus der Zeit, als wir jung waren, als es die Auflage gab in Diskotheken eine 40/60 Quote zu spielen (40 % Westmusik, 60 % Ostmusik), an die sich kaum einer hielt, als die Texte unser Lebensgefühl widerspiegelten. Texte, die wir an diesem Abend wiedererkennen und einmal mehr feststellen, sie waren richtig gut.
An diesem Abend sind nicht alle drei Bands am Start
sondern nur die Sänger und ein Keyborder. Einer, der schwer krank ist, wird per Video-Übertragung zugeschaltet.
Trotzdem ist es ein toller Abend, wir fühlen uns wieder wie 25, sind begeistert und kaufen gleich Karten für ein "Lift" Konzert im September.
Dann werden wir sowieso in Berlin sein und es erscheint uns als guter Abschluss, bevor wir nach Marokko aufbrechen.

Kaffee gibts an diesem Morgen aus den Tassen, die mir meine Stammtischmädels zum Abschied geschenkt haben.

Prost Kaffee, Mädels. Er schmeckt lecker aus Euren Tassen.



Nun wohnen wir also im Blauen und fühlen uns wohl.
Alles sortiert sich so nach und nach, die eine oder andere Schraube ist auch noch dahin gekommen, wo sie hingehört.
Morgen werden wir noch ein paar Dinge erledigen, die nötig sind, dann geht es am Mittwoch nach dem Frühstück los.
Zuerst besuchen wir einen Freund bei Eberswalde, der uns noch helfen wird, den Ofen richtig einzutakten. Irgendwas stimmt da nicht, es riecht zu heftig nach Qualm.
Hoffen wir, dass die beiden Männer die richtige Idee haben.

Bis demnächst also
Doris und Rüdiger

Mittwoch, 18. März 2015

Countdown

 ...noch 9 Tage bis zum Start.
Seit Montag bin ich zu Hause und sehr, sehr langsam lichtet sich das Chaos.
Trotz aller Vorfreude ist es erstmal ein seltsames Gefühl, nicht mehr arbeiten zu müssen und das nie wieder. Letzteres wird aber wohl erst nach und nach wirklich in meinem Kopf ankommen.
Ich genieße es erstmal, morgens in Ruhe zu frühstücken, bevor ich mich daran mache, die Häufchen und Haufen zu sortieren und noch ausstehende Dinge zu erledigen.
Auch am Blauen ist noch so das eine oder andere zu erledigen.
Es ist noch immer nicht die letzte Schraube drin, das letzte Häkchen angebracht. Aber Rüdiger ist emsig dabei, den Start vorzubereiten und noch die ausstehenden Arbeiten zu erledigen.
Da sind noch Schlösser in die Klappen der zusätzlichen Schränke zu bauen, der Duschtank muss noch verkabelt werden, damit wir warmes Wasser bekommen, im Fahrerhaus soll noch eine Kiste installiert werden für Autotechnik, die man griffbereit haben muss, Fahrradträger sollen noch angebaut werden, damit wir immer mobil sind,  also noch so manche Kleinigkeit, die notwendig ist.
                                                                                                                                                                  



In der Wohnung wird es immer kahler und sieht schon richtig nach Aus- bzw. Umzug aus.
So langsam sortiert sich alles und findet seinen Platz - im Blauen oder in der Abstellkammer.
Das eine oder andere wird gnadenlos entsorgt.



Nach und nach bringen wir unsere Sachen in unser neues Zuhause.
Ambrosius (rechts im Bild) ist schon da - er hängt seit Jahren neben meinem Bett und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern.





 der countdown läuft...
bis bald
Doris und Rüdiger

Dienstag, 10. März 2015

bald gehts los

Hallo Leute,nach längerer Pause  melden wir uns zurück - mitten aus dem Chaos.

So langsam geht es auf den count down zu, die Vorbereitungszeit nähert sich dem Ende.
Und nun wird es tatsächlich ein bissel hektisch.
Obwohl wir schon lange geplant und organisiert haben, ist immer noch so vieles zu tun.
In der Wohnung bilden sich immer mehr Häufchen und Haufen - Dinge, die ins Auto, dort aber erst noch ihren Platz finden müssen; Dinge, die entsorgt werden müssen, aber noch gebraucht werden; Dinge, die weggegeben werden sollen, aber noch dahin müssen, wo sie vielleicht anderen nützlich sein können.
Auch unser Terminkalender füllt sich noch schneller, als noch vor ein, zwei Monaten. Da sind noch Geburtstage, Treffen mit Freunden und Familie, amtliche Termine, wie Arbeitsamt und Krankenversicherung.
Und noch müssen wir ja auch nebenbei noch arbeiten, wenn auch nicht mehr lange. Eigentlich haben wir dafür gar keine Zeit.
Aber die Zeit für eine weitere Testfahrt nehmen wir uns doch.  Alles muss nochmal durchprobiert werden, nachdem einige Reparaturen und Nacharbeiten erfolgt sind.  Es geht übers Wochenende ins Oderbruch, wo wir vor einiger Zeit 10 Jahre gelebt haben.
Unser Blauer funktioniert ganz wunderbar und bringt uns zum Flutzeichen, einem Denkmal, das an das Oderhochwasser 1997 erinnern soll. Wir erinnern uns gut, wir waren mittendrin damals.
Alles ist wie eh und je und ich weiß wieder, was ich an dieser Landschaft so geliebt habe:
die Weite, die Stille und das besondere Licht.

                                                                                   

Wir bleiben nicht allein, am Sonnabend kommt uns Freund Andreas besuchen, wir lassen es uns gut gehen.
Ein bühnenreifer Sonnenuntergang beschließt unseren Tag.
Das "Sahnehäubchen" am Abend ist der perfekte Vollmond, der alles in ein zauberisches Licht taucht.






Am Sonntag kommen Lutz und Veronika und bringen Frühstück mit.
Das Wetter ist absolut traumhaft und wir wandern zur Oder, ein Stück den Oderdamm entlang.
Die Sonne wärmt schon ganz ordentlich und so sitzen wir in bewährter Runde draußen.

Unser Blauer hat sich bis hierher gut gemacht, alles funktioniert im Großen und Ganzen, wie es soll.
Rüdiger hat noch ein bissel gebaut und geschraubt.
So haben wir jetzt noch einen zusätzlichen Schrank zwischen Ofen und Bett und eine Trenn- und Schutzwand im Eingangsbereich.                                                                                             
Auch einen Spiegel hat Rüdiger angebaut in Kombination mit einer Pinnwand - ohne den einen oder anderen Zettel geht es nun mal nicht.

Unser Öfchen leistet nach wie vor gute Dienste. Der Wind ist noch kalt im Oderbruch und wir haben es, dank Rüdigers Leidenschaft fürs feuern, drinnen schön warm.

Die Hängeschränke sind durch schmale Anbauten ergänzt worden, in denen auf der Ofenseite später die selbst gebauten Fliegengitter untergebrach werden sollen.
Ja, so langsam wird es gemütlich.

Aber noch ist die letzte Schraube nicht eingedreht, das letzte  Buch nicht an seinem Platz.

Trotzdem fängt es an zu kribbeln.
Dieses Wochenende im Oderbruch hat uns schon mal so ein Gefühl davon vermittelt, wie es sein wird. Stehen wo es schön ist, nicht zurück müssen, den Zustand einfach genießen.
Aber bis auf unserem Kalender die letzte der noch vor uns liegenden 3 Wochen durchgestrichen werden kann, ist noch viel zu tun.
Gehen wir's an!

Bis bald also
Doris und Rüdiger