Donnerstag, 26. Februar 2026

Nebel in der Wüste

 



Wieder war Duqm unser Zwischenstopp auf dem Weg zurück in den Norden des Oman. Auf so einer Reise, die von einem Quartier zum nächsten führt, ist es nach einer Weile ganz schön, Bekanntes zu finden, Orte, in denen man sich ein bisschen auskennt. So hatten wir erneut im Nebula Hotel gebucht und wir bekamen sogar das selbe Zimmer, wie beim ersten Aufenthalt.




Im Oman gibt es ein für uns kurioses Gesetz, sprich, einen Erlass des Sultans, das auch uns dazu verpflichtet unser Auto zu waschen. Ich lese, dass man mit einem schmutzigen Auto von der Polizei angehalten und zu einer Ordnungsstrafe bis zu 600 € verdonnert werden kann. Ganz so streng wird das wohl in der Praxis nicht gehandhabt, aber man sieht eher selten  schmutzige Autos.                                                Durch die langen Strecken durch die Wüste ist unser Honda City ganz schön eingestaubt, also lassen wir ihn waschen. Ein junger Mann shampooniert und poliert ihn, dass er wieder glänzt wie neu. Diese Dienstleistung kostet umgerechnet etwa 2,50€. Alle Waschstationen haben immer gut zu tun.





Nach zwei Nächten in Duqm fahren wir also mit einem sauberen Auto weiter Richtung Norden. Diesmal verläuft unsere Route durch bizarre Felsformationen am Meer entlang.











Wir sind früh gestartet, denn es ist ja eine lange Strecke. Für Frühstück war keine Zeit. Das finden wir unterwegs in einem Ort in einem der kleinen Coffee-Shops. Es gibt frisch zubereitete Samosas gefüllt mit gut gewürzten Kartoffelstückchen. Sehr lecker. Der Wirt freut sich, dass es uns schmeckt.






Am frühen Nachmittag sind wir in Al Wasil verabredet, einem Dorf am Rande der Bidiyya Wüste. An der Tankstelle treffen wir Ali, unseren Fahrer, der uns ins Wüstencamp bringt.

Wir wurden gebeten, nur Minimalgepäck mitzubringen, der Rest bleibt im Auto, das sicher in einem ummauerten Hof untergestellt wird. Und los geht’s. In einem Affentempo heizt Ali mit uns über die Pisten.



Nach etwa zwanzig Minuten erreichen wir unser Camp. Wieder werden wir herzlich empfangen mit Tee und Datteln und uns wird eines der neuen, etwas abgelegenen Zelte zugewiesen. In Marokko hatten wir solche Camps gesehen. Dort waren es oft als Zelt verkleidete Hütten, hier ist es wirklich ein Zelt. Glamping nennt man wohl auf Neudeutsch diese luxuriöse Art des Camping.






Hinter dem Zelt haben wir eine eigene Freiluft-Badzelle. Perfekt!



Im Preis inbegriffen ist ein Dune-Bashing mit Sonnenuntergang.

Pünktlich um 17.00 Uhr holt Ali uns direkt am Zelt ab und hinein geht es in die Bidiyya Wüste, ein  Teil der Wahiba Sands, das aus der Luft aussieht wie Plissee.



In vollem Tempo geht es die Dünen hinauf und hinunter. Ab und zu macht Ali einen Fotostopp.












 Anscheinend finden viele Touristen sowas toll, oder die Wüstenbewohner glauben, dass Touristen das mögen. Wir kennen das schon aus Algerien und Libyen und zumindest meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Irgendwann werden wir oberhalb des Camps auf der höchsten Düne abgesetzt, Ali macht eine Pause und wir warten auf den Sonnenuntergang.





Die Sonne ist weg, wir wandern wieder zu Ali und dem Auto zurück, der uns ins Camp bringt zum Abendessen.





Später wird ein Feuer gemacht für die Gäste. Wir sitzen mit etlichen anderen drum herum und versuchen den Sternenhimmel zu sehen. Leider gelingt das nur bedingt. Die benachbarten Camps und der nahe gelegene Ort sind zu hell, als dass es ein richtiger Wüsten-Sternenhimmel sein kann.



Als wir am nächsten Morgen aufwachen, hängen Tropfen an der Zeltdecke. Hier, in der Wüste? Ein Blick nach draußen erklärt warum. Nebel hüllt das Camp ein. Ein seltenes Phänomen, wie uns der Chef beim Frühstück erklärt.






Am Vormittag verscheucht die Sonne den Dunst.





Die meisten Gäste bleiben nur eine Nacht, die nächsten kommen erst am Nachmittag, der Rest ist zu einem der angebotenen Events unterwegs und so genießen wir die Stille und die Aussicht.

Abends wird es wieder dunstig, so richtig Lust auf Feuer haben wir nicht, also gehen wir in unser Zelt. 

Eines der besagten Events ist eine Ballonfahrt über die Wüste. Wir hatten dieses Vergnügen schon in Kapadokien. Am Morgen beobachten wir also von unten, wie die Ballons über uns schweben.






Nach dem Frühstück fährt Ali uns zurück nach Al Wasil zu unserem Auto. Auch wenn es nicht die Rub al Khali war, die größte Sandwüste der Erde, von den Beduinen „das leere Viertel“ genannt, weil es so gut wie kein Leben gibt, schön war es doch.

Nur 37 Kilometer von Al Wasil entfernt liegt Ibra, unser nächstes Ziel. Dort findet jeden Mittwoch in der Nähe des Krankenhauses ein Frauenmarkt statt.






Entstanden ist der Frauenmarkt 1990 durch Frauen, die zur Schwangschaftuntersuchung ins Krankenhaus kommen mussten. Um die Fahrt dorthin zu finanzieren, verkauften sie an der Straße selbst gemachte Dinge. Ein Markt von Frauen für Frauen. Die Männer warteten draußen.

Als der Markt immer größer wurde, wies die Stadt den Frauen einen größeren Platz zu. Das Prinzip „Männer bleiben draußen“ ist inzwischen etwas aufgeweicht, vereinzelt sieht man auch Männer zwischen den Frauen, die aber immernoch ganz eindeutig in der Mehrzahl sind.  In den gut zwei Wochen, die wir nun hier sind, habe ich nicht annähernd so viele Frauen gesehen, wie auf diesem Souq. Es ist wunderbar. Schwatzend und kichernd ziehen sie meist in Gruppen von Stand zu stand, handeln mit kaum hörbaren Worte und für uns nicht entschlüsselbaren Gesten um ein Stück Stoff, ein Kleid, einen Haushaltsgegenstand.




Und da ist er wieder, der Orient wie wir ihn kennen und lieben, bunt und quirlig. Nur hier eben ordentlicher.



Gleich daneben entdecken wir einen Teppichmarkt. Riesige Teppiche werden angeboten, die in unsere Wohnung kaum hineinpassen würden.




Unser Hotel befindet sich am Rande des neuen Ibra und ist wohl auch noch ziemlich neu. Der junge Manager bittet uns darum, ein paar Fotos von uns für die Werbung auf der Website machen zu dürfen. Wir tun ihm den Gefallen.



Das alte Ibra liegt ein paar Kilometer entfernt. Die Häuser sind aus Lehm und nach jedem Regen mussten die Mauern neu verputzt bzw. saniert werden. So verließen die Menschen die alte Stadt und siedelten um, in die neuen Häuser aus Beton, denen Feuchtigkeit nichts anhaben kann und in denen man komfortabler lebt.

Die Ruinen der alten Stadt gibt es noch, umgeben von üppigen Gärten, die weiter bewirtschaftet werden.

Wir sind früh aufgebrochen und frühstücken wieder unterwegs in einem winzigen Coffee-Shop. Die Jungs dort sind etwas irritiert. Anscheinend verirren sich Ausländer nicht oft in ihren kleinen Laden. Wieder bekommen wir leckere Samosas, dazu Omelett und Fladenbrot. Ein wunderbares Frühstück.




Wir haben lange nicht mehr so viel Grün gesehen, wandern durch die Gärten und Ruinen des alten Ibra, von denen einige mit finanzieller Unterstützung der Regierung restauriert und wieder bewohnbar gemacht wurden.
















Es gibt ein kleines, liebevoll gestaltetes Museum, das wir natürlich besuchen. Im Innenhof des alten Hauses bekommen wir zur Begrüßung Tee und Dattelkonfekt während wir auf Aziz warten, der uns durch die Räume führt und vom früheren Leben in der alten Stadt erzählt.





Er ist hier geboren und aufgewachsen. Als der Sultan in den 1990er Jahren das neue Ibra bauen ließ, siedelte er mit seiner Familie dorthin um. Besuchern wie uns möchte er das alte Ibra nahebringen.




Er erzählt, dass die Beduinen in alter Zeit, als das Leben immer schwerer und karger wurde, nach Sansibar auswanderten. Dort kamen sie zu Wohlstand und kehrten zurück.

Wir erfahren, dass ein Mann der Frau, die er heiratete eine Summe von 5.500 Real geben musste. Dieses Geld war ausschließlich zu ihrer persönlichen Verfügung. Wenn er die Heiratsurkunde vorlegte, bekam er 4.500 Real vom Staat erstattet. Familienpolitik im Oman.













In der Küche gibt es einen eigenen Brunnen und die Kochbücher seiner Mutter liegen noch auf dem Regal.




Auch ein Hospital gab es im alten Ibra. Ein französischer und ein amerikanischer Arzt arbeiteten dort. Ganz stolz berichtet er, dass er den Franzosen, Dr. Franck, als Junge noch gekannt hat. Das Hospital ist nur noch eine Ruine, der Sultan hat im neuen Ibra ein Krankenhaus bauen lassen.





Am Abend essen wir dann tatsächlich in einem arabischen Restaurant. In den Separées müssten wir auf dem Boden sitzen, also sind wir mal wieder allein an einem der Tische.





Bis Bahla, unserem nächsten Ziel, sind es etwa 180 Kilometer durch mächtige, von Ocker über Rot bis Schwarz gefärbte Berge.

In Bahla thront eine imposante Festung über dem Ort, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Die wollen wir natürlich anschauen. Zunächst checken wir aber im Hotel ein, diesmal mit Frühstück.





Die Festung befindet sich inmitten der Oasenstadt, die von einer zwölf Kilometer langen Mauer umgeben ist, nicht so groß wie die chinesische, aber durchaus eindrucksvoll.





Zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert erbaut, wurde die Lehmfestung mehrfach erweitert. So entstand ein spannendes Labyrinth von ineinander verschachtelten Räumen, Treppen, Gängen und Burghöfen.



















Die freundliche junge Frau am Einlass zeigt uns den Weg zur alten Freitagsmoschee, der zweiten Attraktion des Ortes.











Die dritte Attraktion ist das wirklich zauberhafte Schloss Jabreen, erbaut von einem Imam in 17. Jahrhundert. Das Schloss ist kleiner als die Festung, aber nicht weniger sehenswert. Für uns das Highlight.



Es beherbergte nicht nur eine Bibliothek und eine Schule, es war auch ein bedeutendes Zentrum für Astronomie, Medizin und islamisches Recht.










Hohe, luftige Räume mit schön bemalten Holzdecken, Keramiken und Porzellan aus China, schöne Teppiche und kunstvoll beschlagene Holztruhen zeugen vom erlesenen Geschmack des Erbauers, dessen Grab sich im unteren Stockwerk befindet.




















Im Küchentrakt wurden Datteln so gelagert, dass ihr Saft aufgefangen, in Mulden abgeleitet,  gekocht und im Ernstfall auf anstürmende Feinde herabgegossen wurde.








Abends, nach dem Abendessen, geht Rüdiger zum Barbier. Auch hier erfolgt die Behandlung diskret in Einzelkabinen. Frauen haben absolut keinen Zutritt.



Unsere letzte Station, bevor wir nach Muscat zurück fahren, ist Nizwa. Auf dem Weg dorthin besuchen wir das alte Lehmdorf Tanuf. Während der Kriege um Jabal Akhdar 1952 wurde es bombardiert und zerstört. Die Bewohner bauten es nicht wieder auf. Sie zogen in die ein paar Kilometer entfernt neu gebauten Häuser.



Wir wandern durch die malerischen Ruinen und ein Stück am nahegelegenen Cañon entlang, dann machen wir uns auf den Weg.

















Unser Hotel in Nizwa liegt in der Altstadt, nahe der Festung, sollte also eigentlich leicht zu finden sein. Ist es aber nicht. Wir stellen das Auto auf dem großen Parkplatz vor den Stadttoren ab und machen uns zu Fuß auf die Suche. Ohne Erfolg. Die Gassen sind verwinkelt, Straßenschilder gibt es nicht und die Nummerierung erschließt sich uns nicht. Also fragen wir die Leute. Alle sind guten Willens, aber niemand kann uns wirklich helfen. Ein Omani rät uns, beim gegenüber liegenden Hotel an der Rezeption zu fragen. Echt jetzt? Die würden uns den Weg zur Konkurrenz zeigen? Was solls, es bleibt uns wohl nichts anderes übrig. Der Mann an der Rezeption ist unglaublich freundlich, lässt sich auf meinem Handy die Adresse zeigen und ruft in unserem Hotel an. Nachdem das Gespräch beendet ist, steht er auf und bedeutet uns, ihm zu folgen. Er bringt uns tatsächlich bis auf wenige Meter bis zu der schmalen Gasse, in der der Eingang unseres Hotels liegt. Dort holt uns ein junger Mann ab, der sich entschuldigt, dass es an der Straße noch kein Schild gibt. Das Hotel ist neu. Es erstreckt sich über zwei Etagen eines Hauses, in dem auch noch ein Ingenieurbüro seine Räume hat.








 

Dann zeigt er uns, wo wir direkt gegenüber das Auto parken können. Die Parkgebühr zahlt das Hotel. Selbst nach drei Wochen haben wir uns an den allumfassenden Service im Oman noch nicht ganz gewöhnt.

Zum Abendessen gehen wir in ein pakistanisches Restaurant und schlendern danach über den Souq.










Nizwa ist die Stadt der Silberschmiede und uns begegnet  in vielfältiger Weise einer der großen Exportschlager des Oman: Weihrauch. Vor fast jedem Laden steigen kleine Rauchwolken aus einem Weihrauchstövchen auf. Die Qualitätsunterschiede sind anscheinend enorm, wie wir am Duft und später an den Preisen erkennen.



Wir finden einen Laden, in dem es unglaublich viele Sorten Datteln gibt. Man kann Kaffee und Tee trinken während man sie probiert und sich über das Angebot an Weihrauch und vielen Produkten daraus, Parfüms und Keramik informiert.

Auf dem Touristensouq findet sich natürlich neben Weihrauch und Silber der übliche Touristenkitsch, vom Kühlschrankmagneten bis zum Krumdolch ist alles vorhanden. Gleich nebenan ist der Schneider Souq. In oft winzigen Läden stapeln sich ordentlich Stoffballen in deckenhohen Regalen und ausschließlich Männer sitzen emsig arbeitend an Nähmaschinen, ein Maßband um den Hals.






Die Festung von Nizwa ist die älteste und berühmteste des Oman und bekannt durch den mit 24 m Höhe und 40 m Durchmesser größten Rundturm der arabischen Halbinsel. Er ist das Herzstück der Anlage.




Ende des 8. Jahrhunderts begann Imam Mohammed bin Abdullah al-Yahmadi mit dem Bau, der im 17. Jahrhundert renoviert und erweitert wurde.

Schon vor dem Tor hören wir Trommeln und einen monotonen Gesang. Wir kaufen Tickets und bekommen einen deutschsprachigen Audioguide, dann gehen wir den Klängen nach. Im Burghof stehen sich etwa 20 Männer in traditionellen Gewändern, im Takt Schwerter und Gewehre schwingend gegenüber. Dabei tänzeln sie mit wiegenden Schritten vor und zurück. Zwischen den beiden Reihen geben ein Trommler und ein Vorsänger Rhythmus und Ton an. Die Klasse einer Jungenschule in weißen Gewändern versucht mit Begeisterung die Tanzschritte nachzuahmen.






Wir lassen uns von unserem unsichtbaren Führer auf dem Handy durch die Räume führen. Alles ist schön hergerichtet und gestaltet, die Säle sind auch hier luftig und haben hohe Decken.
















Die Verteidigungsanlagen sind durchdacht und für Eindringlinge verwirrend. Genau das war wohl die Absicht der Erbauer.








Über viele Stufen gelangen wir auf den Turm. Durch seinen immensen Durchmesser wirkt das von einer Mauer mit Zinnen umgebene Dach eher wie ein Burghof.




Vom Wehrgang hat man einen herrlichen Blick über die Stadt und die Landschaft.



Durch weitere verwinkelte Gänge und Treppen erreichen wir die Bibliothek. Einfach phantastisch.






Hier und in den angrenzenden Räumen wurde studiert, debattiert und geforscht.


Am Ende gelangen wir in den Garten, einen kleinen Zoo beherbergt. Vor allem Haustiere sind zu sehen. Für Ziegen und Schafe wurde sogar ein kleiner Bauernhof gestaltet. Es gibt einen Restaurantbereich und einen Spielplatz.









Wir schlendern zurück durch die alten Gassen von Nizwa, wo sich weitere Teile des Souq aneinanderreihen. 







In der großen Markthalle werden ebenfalls Datteln, Weihrauch, Halva und Parfüms angeboten, aber auch Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch.









Auch in Nizwa gibt es ein kleines Museum, geführt von einem alten Herrn, der uns stolz die Sammlung zeigt, die er zusammengetragen hat.















Neben Kleidung, Schmuck, Waffen und Alltagsgegenständen gibt es in dem alten Haus auch einen tiefen Brunnen, aus dem der Alte Wasser schöpft uns uns zu kosten gibt. Es schmeckt tatsächlich gut.



Die voluminösen Fußringe, die er uns zeigt, mussten einst von den Frauen nach der Hochzeit getragen werden. Sie waren mit Erbsen oder Reis gefüllt und rasselten bei jeder Bewegung, so dass der Hausherr immer wusste wo sich seine Frauen aufhielten. Glücklicherweise sind es Relikte der Vergangenheit.



Wir essen auf der Dachterasse des Restaurant „Kwareg“. Von dort kann man wunderbar das Treiben auf der Straße beobachten.





Dann ist unsere Zeit in Nizwa auch schon wieder zu Ende. Am nächsten Tag fahren wir zurück nach Muscat.

Hier gönnen wir uns einen Ausflug in die Welt der Düfte. Darauf sind wir gekommen, als Rüdiger bei einem kurzen Halt an der Strecke von Salalah durch die Wüste eine kleine Ampulle im Sand findet. Eine Parfümprobe, die ich ausprobiere und die uns beide so begeistert, dass wir recherchieren. Wir finden heraus, dass diese Probe einen der „kostbarsten Düfte der Welt“ enthält, von der Firma Amouage, einem Familienbetrieb, der am Rande von Muscat seine Produktionsstätte und ein Besucherzentrum hat. Auf dem Weg in die Hauptstadt statten wir also diesem Besucherzentrum einen Besuch ab.





Im Foyer sind die wertvollen Ingredenzien aufgereiht, aus denen hier die Parfüms kreiert werden.




Hinter Glas bekommen wir einen Einblick in die Produktion



und im Besucherzentrum können wir uns dann durch die verschiedenen Düfte schnuppern. Ein Erlebnis der ganz besonderen Art.




Dann checken wir in unserem letzten Hotel ein, beziehen ein Apartment mit Aussicht auf einen alten Chevrolet, der anscheinend schon länger auf dem Parkplatz steht.




Wieder heißt es früh aufstehen, denn die letzte Sehenswürdigkeit, die wir besuchen, ist die große Sultan-Qabus-Moschee. Erst 2001 eröffnet, ist sie eines der wichtigsten Bauwerke und ein hervorragendes Beispiel moderner Architektur im Oman. Umgeben von einem großen, schön angelegten Garten und wunderbar gestalteten Außenanlagen, sind ihre Kuppel und die fünf Minarette weithin zu sehen.







Der Gebetssaal für Männer bietet Raum für 6500 Gläubige, der für die Frauen ist deutlich kleiner und fasst nur 750 Menschen.

Rekordverdächtig ist der Teppich in der Männergebetshalle. Er ist ein Meisterwerk iranischer Teppichknüpfkunst und führte an die Grenzen des technisch machbaren. Er misst 70,50 m x 60,90 m, das sind 4293,45 m². Und er ist wirklich beeindruckend.





Darüber hängen viele Kronleuchter, die Türen sind handgeschnitzt. Der Sultan hat also keine Kosten und Mühen gescheut für diese Moschee.








Trotz alldem hat ihre Pracht etwas Distanziertes, Kaltes wie der Palast der Schneekönigin. Sie ist durchaus beeindruckend, aber sie berührt mich nicht.











Nun haben wir auch das gesehen und gehen erstmal frühstücken im Coffee-Shop um die Ecke.





Wir schlendern ein bisschen durch die Straßen, lassen noch einmal das Auto waschen und diesmal auch innen putzen, denn am nächsten Tag müssen wir es wieder am Flughafen abgeben.

Ein letztes Frühstück in unserem Coffee-Shop, 





dann ist unsere Zeit im Oman zu Ende, wir fliegen zurück ins kalte Berlin.






Ziemlich knülle und mit einiger Verspätung kommen wir kurz vor Mitternacht in der verschneiten Hauptstadt an.





Es war eine spannende Reise.

Wir haben uns sehr schnell wohlgefühlt in diesem Land, das einen bewusst anderen Weg eingeschlagen hat, als seine Nachbarn auf der arabischen Halbinsel. In keinem Land haben wir uns bisher so sicher gefühlt, wie im Oman. Nie hatten wir das Gefühl abgezockt oder übers Ohr gehauen zu werden. Überall sind wir von den Menschen freundlich und zuvorkommend aufgenommen worden. Es war alles in allem eine schöne Erfahrung, die unsere Reiselust aufs Neue geweckt hat.

Wohin unsere nächste Reise führt erfahrt Ihr Anfang Mai, wenn es wieder los geht. 


bis bald also

Doris und Rüdiger









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