Dienstag, 29. März 2016

Der Versuch - oder Plan tritt in Kraft


Nachdem wir den kalten Februar im Haus einer lieben Freundin verbringen durften, kommt der Frühling nun in Gang und im Garten ist einiges zu tun.


 


Den Obstbaumschnitt haben wir abgeschlossen. Einige Bäume haben wir geschafft und dabei etliche Reisighaufen produziert. Sicher nicht perfekt, aber zumindest sind sie etwas ausgelichtet nach den Jahren des Wildwuchses.







 Zwei Kräuterbeete sind angelegt, Möhren und Radieschen sind ausgesät.
Eine vordringliche Arbeit war, den Koffer vom Fahrgestell zu bekommen. Rüdiger hatte ja eine Balkenkonstruktion gebaut, von der wir hofften, sie würde den Koffer tragen. Es wurden also alle Schrauben gelöst, vor die Räder Fahrrinnen geschaufelt, die Luft aus den Reifen gelassen. Theoretisch hätte nun ein Abstand zwischen Fahrgestell und Koffer entstehen sollen, der ausreicht, um das Fahrgestell unter dem Koffer raus zu fahren. Leider hatten wir die Rechnung ohne die Federn gemacht. Sie entspannten sich und füllten den erhofften Abstand aus. Also setzte Rüdiger einen Wagenheber ein. Nun hob sich der Koffer vom Fahrgestell. Die Balken begannen sich zu biegen. Auweia    


Der Wagenheber wurde schnell wieder runter gehebelt, der Koffer wieder auf dem Fahrgestell abgesetzt. Was nun? Jede andere Möglichkeit, das Fahrgestell vom Koffer zu entfernen wäre extrem aufwändig oder nicht machbar. Schnell entwickelten wir Plan B: das Fahrgestell bleibt wo es ist, die Räder werden abmontiert, die Achsnaben mit Betonteilen unterfüttert und gelagert. Alle abbaubaren Teile werden als Ersatzteile zum Selbstausbau im IFA-Forum angeboten, die Räder ebenfalls verkauft. Damit eventuell noch auslaufendes Öl nicht den Boden verseucht, wird unter das Ganze eine Plane verlegt und verankert. Fertig. Das war viel Arbeit umsonst, aber wir haben ja im letzten Jahr gelernt sowas mit Fassung zu tragen und als Erfahrung zu werten. Um garnicht erst in Trauer zu verfallen, baute Rüdiger das Balkengerüst sofort wieder ab.  

 
Wie schnell das ging. Da hatte er wochenlang getüftelt... Nun ja.

Aus den Balken werden wir eine Terrasse vor den Blauen bauen.  

Da sich nach etlichen trüben Tagen mal wieder die Sonne zeigte, war unser Elan ungebremst. Rüdiger begann sofort, die Radmuttern zu lösen während ich daran ging ein Stück Wiese urbar zu machen. Für die zwei Kräuterbeete.




 Nach relativ kurzer Zeit, waren die Vorderräder runter, die Achse ruhte auf den Betonteilen, die wir hier im Garten gefunden hatten. Aus extra hartem Beton, ursprünglich als Formteile für den Gleisbau gedacht. Ein Vorbesitzer des Gartens hatte, dem Vernehmen nach im Schwellenwerk gearbeitet und die Probegüsse mitnehmen können. Sehr vieles hier ist aus diesem Zeug gebaut. Für unseren Zweck ist es sozusagen ein Glücksfall.  

 

Am nächsten Tag montierte Rüdiger die Hinterräder ab. Nun ruhen wir nur noch auf Betonklötzen.  

 
 
Am Ostersonnabend war es genau ein Jahr her, dass wir unser bürgerliches Leben aufgegeben hatten und in den Blauen gezogen waren. Was in diesem Jahr alles geschehen war! Die ersten kleinen Reisen mit dem L60, das folgenschwere IFA Treffen, der Abschied von unserem Plan, im LKW zu reisen, der neue Reiseplan, der mit dem Düdo Gestalt annahm, der Erwerb des Gartengrundstücks mit unserem Freund zusammen, das Ankommen in Sachsen-Anhalt. Wie anders hatten wir es uns vorgestellt.
Vor uns liegt nun ein Sommer, der mit dem Neuausbau des Düdo ausgefüllt sein und der uns durch den Garten hoffentlich ein wenig das Gefühl von „unterwegs“ und vor allem von „draußen“ geben wird.



 Wir haben den Winter hier überstanden, wir haben uns an ein Leben ohne Vollkomfort gewöhnt und es geht uns gut damit. Wir freuen uns immernoch aufs Reisen.
Eine alte Freundin hat vor vielen Jahren mal gesagt: “wenn man die Vögel beobachtet, ist das ein Zeichen dafür, dass man alt wird.“ Sei's drum. Wir beobachten mit wachsender Begeisterung die Vogelwelt in unserem Garten. So langsam trudeln sie alle ein – Amsel, Drossel, Fink und Star...



 


Ein Eichhörnchen hat in unserm großen Reisighaufen vom letzten Herbst überwintert und jetzt hier Quartier bezogen.  

 

 Es gibt einige Katzen, die durch die Gärten streifen und sich das Revier teilen. Kurz, hier ist immer was los. Der Morgen beginnt mit Konzert und der Abend endet damit. Ich hoffe sehr, dass sich auch eine Nachtigall oder ein Sprosser hier ansiedelt. Wegen des Gesangs in den Sommernächten.



Und hier noch eine Anmerkung für alle, die uns gern öfter lesen würden. Mit dem Internet auf dem platten Land ist es in Deutschland noch immer schlecht bestellt. Wir haben uns zwar einen Internet-Stick, aber der Empfang lässt hier bei uns, gelinde gesagt, zu wünschen übrig und öffentliches W-Lan hier im Ort - Fehlanzeige. Wir müssen nach Stendal fahren um Mails abzusetzen, Recherchen durchzuführen oder den Blog zu aktualisieren. Habt also bitte etwas Geduld, liebe Freunde.



Bis zum nächsten Mal
Doris und Rüdiger

Donnerstag, 11. Februar 2016

Uns gehts gut

Hallo, liebe Freunde,

Trotzdem wir ob der Temperaturen, die zwar deutlich über Null aber immer noch zu niedrig für unseren Kleber sind, nicht so am Düdo arbeiten können, wie wir gern möchten, sind wir nicht untätig.
Die Unterkonstruktion für den Koffer ist in Arbeit und wir hoffen, dass das dann auch so funktioniert, wie wir uns das denken.




Da besagte Temperaturen aber schon der Hoffnung auf den Frühling Nahrung geben und die ersten Schneeglöckchen ihr übriges tun, sind wir guter Dinge.




In der Zwischenzeit erkunden wir die Gegend auf langen Wanderung bis zur Elbe und entdecken dabei so manches schöne Fleckchen.
Große Scharen Wildgänse und Schwäne lagern auf den nackten Feldern und erheben sich mit viel Spektakel, wenn wir vorbei gehen.







Mitunter scheint uns die Sonne morgens ins Gesicht und lässt uns schon vom Frühstück im Freien träumen. Nachts allerdings rüttelt der Sturm heftig am Blauen und der Regen prasselt aufs Dach. Wir hören am nächsten Morgen im Radio von umgestürzten Bäumen, uns hat es bisher verschont. Möge es so bleiben.

Und wieder einmal machen wir einen Ausflug nach Stendal. Allein schon deshalb, weil wir dort problemlos ins Internet kommen. Auf dem platten Land, ja selbst in Tangermünde, ist das nahezu unmöglich. Verstehe es wer will.
Aber unser Ausflug hat noch einen anderen Grund. Eine Diashow über 1 Jahr Australien hat uns angelockt. Wenn schon nicht selber reisen, dann wenigstens auf diese Art. Jedenfalls für den Moment.

Und sonst? … läuft das Leben vor sich hin, wie sicher bei den meisten von Euch.
Die dunklen, stürmischen, regnerischen Abende vertreiben wir uns mit Lesen und mit den DVD's aus der Bibliothek, mit Scrabble und mit Hörspielen im Radio mit reden, planen und kochen. Der Haushalt ist etwas umständlicher und braucht daher mehr Zeit als in der Stadt. Aber wir haben ja Zeit.
So haben wir im Grunde unser Leben gewollt. Uns geht’s gut!

In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal
Doris und Rüdiger

Dienstag, 26. Januar 2016

Winterwunderland

Liebe Freunde, 

die kälteste Nacht in Deutschland haben wir überstanden – vom 21. zum 22. Januar 2016 wurden -30°C gemeldet, in unserer Gegend -19°C. Am Morgen messen wir 5°C im Blauen, draußen -18°C. Wir haben Mühe, es so warm zu bekommen, dass wir gemütlich frühstücken können, in den Nächten heizen wir durch.
Zwei Nächte zuvor hatten wir 3°C. Wir packen uns warm ein und schlafen trotzdem gut.
Die Tage sind in der Regel kalt aber sonnig und laden zu Wanderungen ein.
Wir gehen am Kanal entlang und auf den Radwegen an der Landstraße, durch die Wäldchen, an den einzeln liegenden Gehöften vorbei und auf den Dämmen inmitten der weiten Felder. Die Sonne blendet uns, der Wind pustet uns durch und der Schnee knirscht unter unseren Schuhen.



Rüdiger verbringt einen großen Teil seiner Zeit damit, Brennmaterial zu beschaffen. Das Holz von den gefällten Bäumen ist noch zu feucht, also befeuern wir den Ofen mit Altholz, Holzbrikett und Kohlen. Manchmal ist es etwas mühsam.
Aber wir freuen uns an dem Winterwunderland um uns her. Es glitzert und funkelt, ein wahre Pracht. Wir beobachten die Vogelwelt in den Gärten und versuchen uns im Spurenlesen im Schnee.










Trotzdem – noch einen Winter in Deutschland wollen wir uns nicht antun.
Wir träumen von Marokko, von Spanien und Portugal. Von Wärme, draußen frühstücken und langen Abenden im Freien unter Sternen.

Die Arbeiten am Düdo müssen ruhen, bis es wieder deutlich wärmer ist, der Kleber, mit dem die Dämmung angebracht wird, braucht mindestens 5°C. Wir begnügen uns mit den Vorbereitungen, damit es dann zügig voran geht.



Aber dann ist der Winter so schnell vorbei wie er gekommen ist. Über Nacht ist die ganze weiße Pracht verschwunden, es ist feucht und riecht nach Frühling.
Ob es das war mit dem Winter? Uns wärs recht.

Bis bald 
Doris und Rüdiger






Mittwoch, 6. Januar 2016

Neues Jahr - neues Glück

 Liebe Freunde,

es ist eine weit verbreitete Sitte, sich zum Beginn eines neuen Jahres etwas vorzunehmen, das man verändern will. Vielleicht deshalb weil es ja einen Augenblick geben muss, in dem man anfängt.
Der Jahresanfang bietet sich da geradezu an.
Einige von Euch werden wissend nicken, andere mehr oder weniger genervt den Kopf schütteln - wenn man etwas anfangen will, ist das Datum doch wohl egal.

Wie auch immer Ihr Euren Jahresanfang gestaltet - und das, was danach kommt, möge es Euch gelingen und möge es ein gutes Jahr werden!

Wir haben bis kurz vor Weihnachten fleißig an der Dämmung im Düdo gearbeitet. Aber nun ist der Winter ja doch in unseren Breiten angekommen und das bekommt dem Kleber nicht.
Und damit die Sache nicht an Spannung verliert, gab es noch einen Zwischenfall.
Am 30. Dezember entschlossen wir uns, die Sonne auszunutzen und am Vormittag einen kleinen Ausflug zu machen. Wir fuhren also los und kamen etwa drei Kilometer weit. Ein brenzliger Geruch erreichte meine Nase. Es qualmte unter Rüdigers Sitz.  Wir hatten gerade das Ende eines Dorfes erreicht, hielten am Straßenrand. Sofort hörte es auf zu qualmen.
Unter dem Fahrersitz befinden sich die Batterien. Rüdiger baute also erstmal seinen Sitz ab, untersuchte die Sache.
Was war passiert?
Wir hatten ja im Düdo alles ausgebaut, natürlich auch die Elektrik. Ein loses Kabelende, das "nackt" in einem der verzinkten Staukästen hing, hatte einen Kurzschluss ausgelöst. Die Sicherung des Anlassers war durchgebrannt, er sagte keinen Mucks mehr.
Nach einigen vergeblichen Versuchen, die Sache selbst zu beheben, riefen wir den ADAC an. Als der gelbe Engel nach etwa einer Stunde kam, waren wir völlig durchgefroren. So richtig helfen konnte er uns auch nicht, aber er schleppte uns an und so sprang der Motor wieder an und wir kamen wenigsten bis nach Hause.
Was nun?  Wo ist die Sicherung? Auf der Landstraße hatten wir sie nicht gefunden. Alte Technik. Mit der man sich erstmal vertraut machen muss.

Erstmal aber wollten wir mit unseren Freunden Lutz und Vero Silvester feiern. Die Beiden kamen am Abend an und Lutz war guter Hoffnung, daß das Problem zu beheben sei.
Am Silvestertag wanderten wir zur Elbe bei herrlichem Sonnenschein,




 am Abend machten wir ein Feuer,



 tanzten in der kuschlig warmen Laube und genossen um Mitternacht das Feuerwerk, das im Dorf und in den Orten ringsum veranstaltet wurde,  sozusagen von einem Logenplatz aus, kurz, wir hatten viel Spaß.



Am nächsten Morgen machten sich die Männer daran, den Düdo wieder in Gang zu kriegen. Nach einer Stunde etwa hörten Vero und ich ein Geräusch, das Musik in meinen Ohren war. Der Düdo war angesprungen. Die Sicherung war gefunden worden und - ein Hoch auf den umsichtigen Vorbesitzer - eine Ersatzsicherung klemmte unter dem Kabel.
Zur Feier des Tages erklommen wir mit unseren Gästen dann den tollen Aussichtsturm in unserer Nähe.



Nun sind wir für ein paar Tage wieder in Berlin, schauen zu wie es schneit,



 treffen die Familie und Freunde, erledigen, was erledigt werden muss.
Der Düdo muss nochmal in die Werkstatt, der Anlasser ist schon ziemlich ausgeleiert und muss erneuert werden. Wir hoffen einfach inständig, daß er bei den herrschenden Temperaturen anspringt.

 Ansonsten verbringen wir entspannte Tage.

Die wünschen wir Euch auch...

Doris und Rüdiger









Freitag, 18. Dezember 2015

Winter ? - kann ja noch werden...

Noch in Berlin haben wir es geschafft. Die alte Dämmung ist ausm Düdo raus.


Wie nicht anders zu erwarten, zeigen sich an einem über 40 Jahre alten Auto darunter fette Roststellen. Aber wir lassen uns nicht entmutigen. Rostumwandler und Schutzanstrich werden großzügig aufgebracht. Und - wie lange muss das halten? Wenn alles gut geht nochmal 20 Jahre. Das sollte hinzubekommen sein.

Der Blaue steht inzwischen im Garten und es fühlt sich gut an, wenn das Feuer im Ofen knistert und wir es gemütlich haben, während abends draußen die grauen Nebel durch die kahlen Bäume wabern.


Mit seinen 8 t hat er schon einige Riefen in den Boden gefahren, aber das lässt sich mit ein paar Spatenstichen wieder richten.
Rüdiger tüftelt an einer Technologie, mit der wir den Koffer vom Fahrgestell runter bekommen, ohne dass wir einen Kran bemühen müssen. Es gibt da schon Ideen mit Einschlaghülsen und einer Balkenkonstruktion. 

Ein Teil der Zeit geht drauf mit der Beschaffung von Heizmaterial,



da das frisch geschlagene Holz ja erstmal einige Jahre trocknen muss.


Inzwischen haben wir auch alle Fenster im Düdo ausgetauscht und begonnen, die neue Dämmung einzukleben. Wir hoffen dass der Winter mild bleibt, dann kommen  wir ganz sicher gut voran.

Zwischendurch gönnen wir uns immer mal einen Berlin-Trip.
Familie knuddeln und immerwieder noch Sachen aus der Wohnung holen, die wir auf unserem "Landsitz" brauchen.
Und da die Vorweihnachtszeit unübersehbar begonnen hat,


vergnügten wir uns mit unseren Enkelsöhnen auf dem Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus, wo zur Freude der beiden fast Vierjährigen jede Stunde der Weihnachtsmann mit seinem Rentierschlitten über den Himmel von Berlin fliegt.  In diesem Jahr trauten sie sich auch aufs Karussell.


Diese singende Weihnachtsmannpuppe fanden die beiden Kleinen schon im vorigen Jahr toll und der große Bruder wurde einfach mitgenommen.


Nun sind nur noch einige Tage bis Weihnachten, aber es fühlt sich an wie Frühling. Letzte Woche konnten wir sogar unseren Mittagsimbiss im Freien genießen.


Mild ist es immernoch, aber seit gestern regnet es.
Wie auch immer, wir freuen uns auf Weihnachten mit der Familie, was ja so in diesem Jahr garnicht geplant war.  Eigentlich wollten wir ja in Marokko sein...
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir arbeiten fleißig am Düdo Ausbau und sind fest entschlossen im nächsten Jahr Weihnachten unter Palmen zu feiern.

Euch allen schöne, besinnliche, entspannte und fröhliche Feiertage  und ein ebensolches Jahr 2016

wünschen
Doris und Rüdiger
 





Dienstag, 3. November 2015

Der Düdo

Ist ein goldenes Auto das was wir wollten?
Völlig Schnurz, knuffig ist er allemal und - Hauptsache ein Auto mit dem wir im nächsten Jahr starten können.



Die Busschmiede in Birkenwerder bringt fahrzeugtechnisch alles in Ordnung, was noch in Ordnung gebracht werden muss - z.B. die Bremsen.
Rüdiger hat bereits einen Teil der Mineralwolle entfernt, den Rest nehmen wir uns in Parey vor.
Das neue Isoliermaterial ist schon eingetroffen. Bevor  wir das einkleben, wird mit Rostschutz grundiert.  Das sollte über den Winter zu schaffen sein. Dann kommen die Möbel wieder rein - etwas
verändert. Ihr wisst schon, wegen der täglichen Dosis Kulturschock.
Aber dazu später mehr...

Ein Teil unserer Zeit geht fürs Holz beschaffen drauf.



 Eine warme Bude macht Arbeit, aber es lohnt sich. Wunderbar fühlt es sich an, wenn das Holz im Ofen knistert und Wärme verbreitet.


Allein das Loch fürs Ofenrohr in die Wand zu schlagen war ein Stück Schwerstarbeit. Der Bungalow ist aus irgendwelchem Spezialbeton gebaut. Hart wie Stahl. Mit Hilfe des Bohrmeißels vom Nachbarn ging es etwas schneller. Das Ergebnis lohnt die Mühe.
Als nächstes wurde eine Freiluftdusche gebaut - mit Warmwasser-Zubereitungsanlage.



Außerdem bereiten wir unseren "Umzug" nach Sachsen-Anhalt vor. Das soll Ende November, spätestens in der ersten Dezemberwoche geschehen.
Dafür muss eine Schneise in den "Dschungel" geschlagen und der Platz vorbereitet werden, wo der blaue Koffer dann endgültig stehen soll.


Das bedeutet, die Aufenthalte in unserem Garten werden länger, die in Berlin kürzer.
Glücklicherweise ist man in etwa 90 Minuten mit der Regionalbahn am Ostbahnhof.

Lange Zeit hatten wir Traumwetter und Mondhelle Nächte.







Wir genießen es sehr, den ganzen Tag an der frischen Luft zu sein. Arbeit gibt es genug.
Wie gesagt, das Holz.
Der  Wallnussbaum wirft Nüsse und Laub in Mengen ab. Die Nüsse wollen eingesammelt, das Laub zusammen gefegt, letzte Äpfel geerntet werden.

Geschafft, es ist alles soweit winterfest, der Platz vorbereitet.
Seit gestern hängt der Nebel wie Watte in den Bäumen und die Kälte kriecht einem unter die Haut.
Mal gut, daß wir viel Holz haben.

Jetzt fahren wir erstmal wieder für ein paar Tage nach Berlin.

Bis bald
Doris und Rüdiger






Montag, 12. Oktober 2015

Herbstgold

Hallo Freunde,

seit dem 5. Oktober sind wir nun amtlich Miteigentümer eines Grundstückes.
Der Garten wirft seine Schätze auf die seit langem ungemähte Wiese und wir kommen garnicht nach, sie zu bergen. Vor allem Äpfel gibt es in Massen.



...und Nüsse.





Also muss zunächst mal bissel aufgeräumt und zugänglich gemacht werden, gesichtet und sortiert.
Es gibt viel zu tun.



Das rumsitzen und warten hat schon bissel genervt.
Der Garten macht uns Beiden Spaß, vor allem die frische Luft. Und wenn dann noch, so wie am Wochende, die Sonne scheint und man noch an einem geschützten Platz draußen sitzen kann, sind wir erstmal glücklich.




Aber nicht nur im Garten, auch am Düdo.
Rüdiger reagiert heftig auf die Fasern der Mineralwolle, mit der das Auto gedämmt ist.
Es bleibt also nur, alles raus zu nehmen, neu zu dämmen mit Extremisolator und dann die Möbel wieder einzubauen.
Die Physiotherapie für meinen "steifen Arm" wird sich auch noch ne Weile hinziehen. Hoffentlich kann ich dann bald wieder mit beiden Händen zupacken.

Okay, wir haben ja den ganzen Winter Zeit...

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Alles auf Anfang

Hallo Freunde,

... und hier die Fortsetzung unseres "Abenteuer Ausstieg mit dem Auto".

Die Zeit zum Nachdenken haben wir intensiv genutzt.
Um nicht wieder am Ende in der Patsche zu sitzen, haben wir viel diskutiert, Ideen von allen Seiten betrachtet, wieder verworfen...
Lange Zeit stand uns bei allen Überlegungen der Gedanke im Weg, den IFA Koffer retten zu wollen, zu müssen.
Als wir uns davon gelöst hatten, waren wir sozusagen er-löst.
Wir hatten uns so auf IFA festgelegt, dass wir eine Art Tunnelblick bekommen hatten.
Wenn nicht IFA, was dann? Wenn nicht LKW, was ist die Alternative?

Im Krankenhaus versuchte ich alles nochmal auf Anfang zu denken und mir kam folgende Idee:
Was, wenn wir den Blauen, in dem wir uns inzwischen absolut zu Hause fühlen, in Sachsen-Anhalt auf dem Grundstück abstellen, als home base sozusagen. Auf die Straße können wir damit ohne größere Umbauten, also wieder finanziellen Aufwand, sowieso nicht mehr wirklich.
Was, wenn wir uns zum Reisen einem Kastenwagen kaufen? Möglichst fertig ausgebaut, damit es bald losgehen kann?
Wieviel Zeit wollen wir noch mit warten verschwenden - und worauf?
Wir werden nicht jünger - die Uhr tickt.
War das nicht der Grundgedanke, reisen, solange wir es noch können - jetzt?

Rüdiger gefiel der Gedanke.
Wir begannen zu recherchieren - und stießen auf einen legendären Kastenwagen aus dem Hause Mercedes Benz, den Düdo. So genannt, weil er in Düsseldorf gebaut wurde.
Richtig, wurde! Sie werden nicht mehr gebaut, die Düdos. Der Nachfolger ist der Vario.
Bei einer Besichtigung erfuhren wir, dass es in Birkenwerder eine Fachwerkstatt gibt.
Also machten wir uns auf zum Fachmann, ließen uns beraten, bekamen drei entscheidende Fakten bestätigt: der Düdo 608 hat einen super robusten Motor, läuft überall auf der Welt und kann überall repariert werden, auch auf Grund der sehr guten Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
Wir hatten ihn selbst schon in Albanien als "Furgone" (Überlandtaxi) gesehen, hörten von anderen, die ihm in Nepal und Tibet begegnet waren.
Nach weiteren Recherchen und weiterem Nachdenken war der Entschluss gefasst.
Und just in dem Moment fanden wir einen super sanierten, ausgebauten Kandidaten mit 80er Jahre Charme in Süddeutschland.
Also machten wir uns auf nach Ulm und kamen damit zurück:



Ein goldenes Auto...
absolut trendy, wie wir hörten. Etwas "geschmäcklerisch", hätte unser alter Freund Klaus gesagt - Friede seiner Asche.
Aber das ist uns eigentlich egal, Hauptsache wir können wieder unterwegs sein - sobald mein Arm wieder in Ordnung ist.
Über den Winter wollen wir unsere neue home base in Sachsen-Anhalt auf Vordermann bringen.
Auch im Düdo muss einiges nachgebessert werden - Eiche rustikal dunkel mit grün geblümten Plüschpolstern ist nicht jedermanns Sache. Wir wollen unsere selbstgewählte tägliche Portion Kulturschock denn doch so klein wie möglich halten.




Neue Polster soll er bekommen, helle Wände und Decke. Die Plastikbutzenscheiben in den Schranktüren werden durch helle Sperrholzplatten ersetzt. Die Gardinchen haben wir sofort entfernt.
Also ein bissel Bastelarbeit. 
Das heißt im Frühsommer geht es wieder auf Achse - wenn nichts dazwischen kommt.

 ...wie hieß es doch früher so schön am Ende der Fortsetzungsromane:
"hoffen wir das Beste, lieber Leser"

nun denn...

Doris und Rüdiger



Sonntag, 27. September 2015

die neue Homebase

Wie Ihr alle sicher inzwischen wisst, gibt es bei uns nicht wirklich einen Stillstand.
Will sagen, wenn wir dabei sind, uns in einer Situation  einzurichten, kommt schon was Neues.

Diesmal  in Gestalt der Idee unseres ältesten Freundes, der schon länger darüber nachdenkt, sich ein Stück Land zu zulegen, auf dem er den Sommer verbringen kann.
"Sommer in der Stadt nervt" so seine Begründung. Können wir nur bestätigen.
Auch wir haben ab und an mit dem Gedanken gespielt, ein kleines Stück Acker oder ähnliches wäre schon gut, auf den wir einfach rauf fahren können, wenn wir nicht auf Reisen sind.
Niemand weiß wie lange uns der Verein noch so problemlos stehen lassen kann und  sich in Berlin auf den Straßen rumzutreiben ist auch nicht wirklich prickelnd.


Da wir mit dem Blauen sowieso nicht mehr losfahren können, also noch ne Weile hier sind, bis alles geklärt ist, wäre ein fester Standplatz ne gute Sache.
So ein Stück Land zusammen erwerben zu wollen war also nur noch ein kleiner Gedankenschritt.
Allein macht es keinen Spaß und zu mehreren ist es weniger anstrengend, da waren wir uns schnell einig.
Unser Freund  suchte im Internet nach Grundstücken zum kleinen Preis und wurde fündig.
Ein Garten mit Mini-Bungalow in Sachsen-Anhalt, kurz hinter Genthin, wurde zum Objekt der Begierde.
Es folgte ein Treffen mit dem Verkäufer, man war sich sympathisch, wurde sich einig.
Innerhalb einer Woche waren wir angehende Grundstücksbesitzer.
Ein Notar wurde beauftragt. Anfang Oktober soll alles in Sack und Tüten sein.

Aber vorher wurde noch Hochzeit gefeiert. Unsere Älteste traute sich und wir feierten ein wunderschönes, entspanntes Sommerfest an einem der letzten warmen Wochenenden.

Da es nun mal zum Gemeinheitsgesetz des Universums gehört, die Dinge zu verkomplizieren, stürzte ich  mit dem Fahrrad und brach mir das Radiusköpfchen. Bis dahin hatte ich garnicht gewusst, dass ich sowas habe. Sitzt im Ellenbogen, das Teil und "bricht gerne mal" - so der Arzt in der Notaufnahme. Zu allem Überfluss hatte sich auch noch ein Teil des Knöchelchens verschoben. Das Ding musste operiert werden, was mir drei Tage Krankenhaus einbrachte.


Enkel Ludwig sagte: "Oma, du siehst aus wie ein Cyborg" .
Glaubt mir "in echt" ist es nicht wirklich lustig.








Das Ganze hatte dann auch eine besondere Herausforderung für Rüdiger zur Folge. Fast eine Woche betreute er unsere beiden Enkel (3 und 8 Jahre alt) während die Eltern auf Hochzeitsreise waren.
Die Jungs waren begeistert und der Opa fix und fertig, aber alles in allem hat er es hervorragend gestemmt.

Ich hatte reichlich Zeit zum Nachdenken.


Fortsetzung folgt...