Pamplona
ist die Hauptstadt der Provinz Navarra. Pamplona ist eine der
Hauptstationen am Jakobsweg. Pamplona ist berühmt für ihre
Stierkämpfe. Pamplona ist die Stadt, die Ernest Hemingway zu seinem
berühmten Roman „Fiesta“ inspirierte.
Pamplona
ist eine alte Stadt. Von den Römern 74 v. Chr. anstelle einer
einheimischen Siedlung neu gegründet, wurde sie im Laufe der
Jahrhunderte mehrmals zerstört. Von den Westgoten, von den Franken,
durch Karl den Großen, durch Abd-ar-Rahman III. und schließlich
durch die Truppen Franz I.
Immer
wurde sie wieder aufgebaut und erstand wie der Phönix aus der Asche.
Ihre wechselvolle Geschichte ist der Grund für ihre ganz besondere
Atmosphäre.
Jedes
Jahr im Juli feiert Pamplona die Fiesta Sanfermin. Eine Woche lang
gibt es Prozessionen und Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Firmin
des Älteren, der in dieser Stadt geboren wurde und im dritten
Jahrhundert die Gegend um das französische Amiens missionierte.
Der
Höhepunkt dieser Festtage ist der Encierro, der Stierlauf. Es ist
das Eintreiben der Kampfstiere in die Stierkampfarena auf einer
Strecke von 825 Metern, die durch die Altstadt Casco Viejo führt.
Jeder kann sich daran beteiligen und jeder ist gehalten dafür Sorge
zu tragen, dass er nicht verletzt wird. Im Laufe der Jahre hat es
immer wieder Verletzte und Tote bei diesem Volksvergnügen gegeben.
In den
1920er Jahren kam Ernest Hemingway als unbekannter junger Reporter
nach Pamplona und erlebte die Fiesta zum ersten Mal. Die Stadt und
der Stierkampf begeisterten ihn gleichermaßen. Neun Mal kam er, um
sich das Spektakel anzusehen und blieb jedes Mal mehrere Wochen oder
Monate.
„Man
tanzte und trank unentwegt, und der Lärm nahm kein Ende. Das, was so
passierte, konnte nur während einer Fiesta passieren“ schrieb er
in seinem Roman, in dem er der Stadt und dem Stierkampf ein Denkmal
setzte.
Von
unserem Stellplatz aus sind es nur wenige Minuten hinauf in die
Altstadt von Pamplona oder auch Iruña, wie sie auf baskisch heißt.
Alle Schilder und Beschriftungen hier sind stets in den zwei
Amtssprachen gehalten, Spanisch und Baskisch.
Wir
schlendern durch die meist schmalen Straßen und können Hemingways
Begeisterung für diese Stadt sofort verstehen. Auch wir mögen sie
auf Anhieb. Autos gibt es hier und so gut wie nicht, so ist viel
Platz für die Tische und Stühle vor den Bars, Cafès und
Restaurants.
„Vielleicht
hat es keinen Sinn, die Schritte von Ernest Hemingway in Pamplona
nachzuvollziehen, wenn man nicht bereit ist, sich zu betrinken.“
schreibt der Weltenbummler und Reiseschriftsteller Adam L. Maloney.
Ganz so
intensiv wie Hemingway werden wir es sicher nicht treiben, aber das
ein oder andere wollen wir ausprobieren.
Zunächst
begeben wir uns zur Plaza del Castillo im Herzen der Altstadt.
Im
Cafè Iruña saß der große Schriftsteller am liebsten. Es ist im
Original erhalten und tatsächlich „einer der schönsten Orte in
Pamplona, um etwas zu trinken.“
Direkt
gegenüber finden wir die Bar Txoko. Einst war sie Teil des Hotels
Quintana, wo Hemigway meist wohnte, wenn er die Stadt besuchte. Es
existiert nicht mehr, aber die Bar blieb erhalten.
Wir
bestellen einen Vanille-Milchshake mit Cognac, den trank Hemingway
hier nach den Stierkämpfen.
Er heißt
Lugumba, erklärt uns der junge Kellner und spart nicht mit dem
Cognac.
Wir
sitzen mit Blick auf das Hotel La Perla. Hier, vom Balkon des Zimmers
210, hat Hemingway angeblich den Stierlauf beobachtet.
Nun
haben wir schon einen kleinen Schwips, es wird also Zeit etwas zu
essen. In einer Seitenstraße finden wir ein volkstümliches
Restaurant mit einem fröhlichen Kellner und gutem Essen.
Gestärkt
suchen wir nun die eigentliche Stätte von Hemingways Begeisterung,
die Stierkampfarena. Sie ist geschlossen. Führungen gibt es im
Winter nur am Wochenende. Pech für uns. Wir begnügen uns mit einer
Runde außen herum.
Gegenüber
findet sich auch sein Denkmal.
Vorbei
an der Kirche San Lorenzo, in der die Fiesta Sanfirmin traditionell
beginnt,
gehen wir zur Cuesta del Palacio, einem kleinen, etwas
abgelegenen Park, und machen eine Siesta in der Sonne.
Damit
unser Pegel nicht allzu sehr absinkt trinken wir ein Glas im
“Iruñazarra“, wo sich um diese Zeit eher die Pamplonesen
treffen.
Dann
lassen wir uns treiben.
Den
Absacker nehmen wir in einer kleinen Bar an einer winzigen Plaza. Nun
können wir ungefähr nachvollziehen, wie der Autor vieler
wunderbarer Bücher sich gefühlt haben mag. Natürlich ist das
Pamplona von heute nicht mehr das Pamplona der 1920er Jahre, es ist
eine moderne Stadt, die einen aber dennoch in vergangene Zeiten
entführt, wenn man sich darauf einlässt.
Wir
jedenfalls sind genauso begeistert von ihr, wie es einst Ernest
Hemingway war.
Auf dem
Stellplatz darf man nur zwei Nächte stehen, also verlassen wir
Pamplona und fahren weiter gen Nordosten.
Es sind
unsere letzten Tage in Spanien und zum Abschluss finden wir noch
einmal eine dieser zauberhaften kleinen Städte, die es überall in
im Land gibt. Olite oder Erriberri, wie sie auf baskisch heißt, ist
keine 2 Stunden von der Grenze zu Frankreich entfernt.
Schon bei der Anfahrt bietet sie einen wunderbaren Anblick.
Auch
hier ist der Stellplatz nur ein paar Schritte von der Altstadt
entfernt und wir gehen auf Erkundung. Von fast jedem Punkt des Ortes sieht man das Schloss, es beherrscht dessen Silhouette aus jedem Blickwinkel. Schön von Weitem sieht man die Fahne auf seinem höchsten Turm wehen.
Und auch
Olite ist eine sehr alte Stadt. Es wurden Mauern einer Siedlung aus
dem 1. Jahrhundert gefunden, auf denen später Olite gegründet
wurde.
Anfang
des 15. Jahrhunderts baute König Karl III. hier seine Residenz, den
Palacio Real de Olite, indem er die schon bestehende Burg
vergrößerte. Es entstand ein märchenhaftes Schloss mit vielen
Türmen und Treppen, Erkern und Winkeln, Höfen und Gärten.
Es ist
nicht nur das Schloss selbst, dass die Phantasie auf Hochtouren
bringt, es ist auch die herrliche Aussicht, die man von seinen
Wehrgängen und Türmen hat, die es zu etwas Besonderem macht.
Auch das
Städtchen selbst ist ausgesprochen charmant. Genau das Richtige, um
von Spanien Abschied zu nehmen.
Ein
letztes Mal genießen wir die spanische Küche.
Am
nächsten Morgen fahren wir hinauf in die Pyrenäen, durch den Tunnel
von Somport und sind, nach 8 Kilometer unter dem Berg, auf der
anderen Seite in Frankreich.
War
schön jewesen, wie wir Berliner sagen.
Es war
unser zweiter Winter in Spanien, nun zieht es uns in andere
Himmelsrichtungen, denn es gilt nach wie vor: nach der Reise ist vor
der Reise.
Wie es
weitergeht, wohin es uns demnächst zieht, erfahrt Ihr, wenn Ihr
dabei bleibt.
Bis bald
also
Doris
und Rüdiger